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1. MYSTICA Kongress 2012 im Literaturhaus München

1. MYSTICA Kongress 2012 im Literaturhaus München © Hagen von Deylen

München, 06.08.2012 – Am 28. und 29. Juli 2012 schufen renommierte Referenten gemeinsam mit dem Moderator Thomas Schmelzer ein informatives und inspirierendes Wochenende zu den unterschiedlichsten Themenbereichen des inneren und äußeren Wandels.

Charles Eisenstein, Philosoph und Occupy-Vordenker aus den USA, eröffnete am Samstag Morgen mit seiner eloquenten und klaren Rede den Kongress auf fulminante Art: Die Menschheit habe sich separiert von der Umwelt, von einer größeren Gemeinschaft, von eigenen Gefühlen– der Turmbau zu Babel sei Symbol für eine Sprachverwirrung und einen ziellosen Weiterbau und Industrialisierung geworden, während an der Basis bereits die Fundamente zu bröckeln beginnen. Aber Eisenstein ist Optimist und fordert nichts Unmögliches: Den Menschen ist es möglich, mit heutigen Wissen und Bewusstsein wieder umzukehren und Wege zu einem neuen Miteinander zu wählen.

Warum unser Geldsystem dauerhaft nicht mehr stabil bleiben kann, vertiefte anschließend die Geldexpertin Prof. Margrit Kennedy. Der Zins, darin ist sie sich mit Eisenstein einig, führte zu einer unnatürlichen Entwicklung des Finanzwesens, fernab von normalen Wachstumsentwicklungen der Natur. Im Talk mit Gastgeber Thomas Schmelzer erzählten die Beiden über die Philosophie des Gebens, die sich zu einer funktionierenden Schenkkultur entwickeln könnte, da jeder Mensch eigene Gaben besitzt.

Vor dem Neubeginn steht das Erkennen von alten Mustern, Gefühlen, Denksystemen. Dr. Ruediger Dahlke, Vordenker der ganzheitlichen Sichtweise, blieb seinem Publikum nichts schuldig, als er auf humorvolle und eindringliche Weise darüber sprach, wie wir verdrängte eigene Schatten unseres Seins, leugnen und viel leichter im Anderen sehen und bewerten und ermutigte, wie man dies erkennen und vermeiden könne. Einer dieser gesellschaftlicher Schatten ist die nach vor verantwortungslose Ausbeutung wertvoller Ressourcen, wie Johannes Heimrath im seinem Vortrag durch Beispiele verdeutlichte.

Zwei besondere Persönlichkeiten berührten mit ihrer Lebensgeschichte, fern der Gesellschaftskritik: Rosi Gollmann, die mehr als eine Million Menschen in Indien das Augenlicht wieder schenkte – nur eine der Aktivitäten der „Andheri Hilfe“ – blickte dankbar und voller Elan auf ihr 85jähriges Leben zurück. Sie erzählte allen, wie wichtig es ist, einfach nur Mensch zu sein und anderen Menschen, egal in welcher Situation, auf Augenhöhe zu begegnen. Anderen zu helfen, das mache ihr stets aufs Neue Freude. Sven Thiemann, einer der beliebtesten TV-Stars der Serie „Marienhof“, bewegte das Publikum durch seine ungeschnörkelte, warmherzige Art. Er erzählte nicht nur offen von seiner Suchtvergangenheit und dem äußerlichem Schein seines früheren Schauspielerdaseins, sondern was es wirklich bedeutet, sich zunächst schmerzhaften Realitäten in der eigenen Familie zu stellen. Den steinigen, inneren Weg zu gehen, um sich wirklich für ein eigenes Leben zu entscheiden, ist er selbst gegangen. Er plant, sich in Zukunft in der Kinder- und Jugendhilfe zu engagieren, um junge Menschen zu ermutigen, an sich zu glauben.

Eine tief bewegende Geschichte innerer Wandlung erzählte Walter Kohl, der als Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers lange vor der Frage stand: Leben, oder gelebt werden? Viele Schicksalsschläge führten ihn zu einer Neubestimmung seines Lebens. Bewegender Höhepunkt seines Vortrags war die Lesung einiger Zeilen aus seinem Buch: Die Versöhnung mit seinem Vater. Walter Kohl, der viele Menschen inspirierte, mutig zur eigenen Wahrheit zu stehen, veröffentlicht im Januar 2013 sein zweites Buch mit dem Titel „Leben, was Du fühlst“.

Impliziert ein Neubeginn in unserer Gesellschaft auch neue Formen des Zusammenlebens, beispielsweise in Lebensgemeinschaften? Nach einer Bestandsaufnahme von Wirtschaft und kultureller Entwicklung und bewegenden Geschichten des ersten Tages stellte der zweite Tag die Natur und ein gesünderes Leben in den Mittelpunkt.

Dr. Geseko von Lüpke erinnerte in seinem bewegenden und faktenbelegten Vortrag daran, dass sich trotz vieler lokaler Krisen sich schon Vieles positiv entwickelt. Schätzungsweise 10 Millionen gesellschaftlicher Bewegungen und NGOs wirken derzeit wie eine Art Immunsystem genau an jenen kritischen Orten oder Themen, wo es krankt. Seit 1989 ist die Zahl der Kriege um 90 Prozent zurückgegangen. Warum liest man dies nicht in der Presse? „Ein fallender Baum mache mehr Krach als ein wachsender Wald…“, so Geseko von Lüpke.

Anschließend stellte der Journalist und Autor eine der Vertreterin der indigenen Völker vor – die Maori Wai Turoa-Morgan aus Neuseeland. Sie appellierte voller Weisheit an das Gutsein des Menschen - untermalt von humorvollen Songs, die sie mit ihrer Begleiterin und Übersetzerin Angelica Dawson anstimmte. „Was können wir Europäer noch lernen?“ fragte Thomas Schmelzer. „Die Europäer sind noch immer zu sehr mit ihren eigenen Traumata beschäftigt und machen sich zu viele Sorgen. Sie müssen lernen voller Zuversicht nach vorne zu blicken und im Jetzt zu leben“, so Wai Turoa-Morgan.

Trotzdem leiden viele Menschen im Westen unter Beziehungsproblemen, Burnout oder unter ihrer Arbeitslosigkeit. Nachdem Dr. Michael König, leider aus persönlichen Gründen nicht auftreten konnte, widmete sich der Moderator Thomas Schmelzer in Gesprächen u.a. mit Christiana Mandakini Jacobsen, Dr. Franz Milz und Christiane Tietze diesen Themen. Gibt es noch weitere Ressourcen, die uns helfen, mehr in Frieden zu kommen? Der Psychotherapeut und spirituelle Lehrer Christian Meyer schilderte den Zustand des Erwachens, von dem schon viele Mystiker gesprochen hatten. Sich den Gefühlen im hier uns jetzt zu stellen, sie wahrzunehmen, sei oft der erste und entscheidende Schritt, mehr in ein Hier und Jetzt zu gelangen.

Der Kongress fand einen wunderbaren Abschluss, als der Ethnobotaniker Dr. Wolf-Dieter Storl auf humorvolle und verbindende Weise, in seinem inspirierenden Vortrag die Elemente der Separierung unseres Lebens von Charles Eisenstein aufgriff und von seinen Erfahrungen mit der Natur berichtete, die ihm klar machten: Die Natur selbst ist immer noch heil. Sich mit ihr wieder mehr zu verbinden, kann auch uns in ein harmonischeres Leben führen. Pflanzen haben ihre eigene Intelligenz, und wenn wir uns unserer Verbindung mit ihnen wieder klarer werden, löst sich vieles von unserem oft viel zu komplizierten und abstrakten Denken.

Aktuelle Bilder des Events ab sofort unter www.mystica.tv oder auf facebook. Filme zu den Vorträgen demnächst auf www.mystica.tv Über den Gastgeber und Moderator Thomas Schmelzer: Thomas Schmelzer beschäftigt sich als Medienschaffender seit 20 Jahren mit ganzheitlichen Themen. Nach einer Schauspielkarriere entwickelte er zahlreiche Dokumentarfilme. Sein tiefes, eigenes Interesse für spirituelle Themen begann mit der Überwindung einer schweren gesundheitlichen Krise. Heute ist der Gründer von MYSTICA.TV als Redakteur, Autor und Moderator tätig. www.seinswelten.de Über den Veranstalter: MYSTICA.TV ist eines der stärksten unabhängigen Online-Magazine im Bereich Wissenschaft, Spiritualität Lebenskunst – mit Reportagen, Artikeln, Rezensionen und eigenen Veranstaltungsreihen. In einzigartigen Videotalks und Interviews mit Experten aus verschiedenen Fachgebieten (wie beispielsweise der Quantenphysik) und Brückenbauern sucht MYSTICA nach Antworten. Seriös, humorvoll und immer auf der Suche nach dem Wesentlichen. Firmensitz ist München. Weiteres unter: www.mystica.tv 

Impressionen :

 © by Hagen von Deylen

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