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Wer loslässt, hat zwei Hände frei: Mein Weg vom Manager zum Mönch

Für andere Menschen mag es durchaus einen weniger radikalen Weg geben. Auch ein Funke kann ein inneres Feuer entzünden, und nicht jeder, der in seinem Leben Wissen in sich erwerben und verankern will, muss es auf meine Weise tun. Doch mir ging es um mehr. 

Mir hätte es nicht gereicht, morgens und abends zu meditieren, Gutes zu tun und im Randbereich der Welt auszuharren. Was ich tat, das tat ich ganz. Und aus diesem Grunde existierte für mich auch kein halbherziger Weg. Ein bisschen abgeben oder für drei Monate als Mönch leben, wie es in Thailand so viele taten, war mir nicht genug. Ich durfte mich nicht selbst einschränken, indem ich mir kleine Ziele steckte, die von der Natur meines menschlichen Verstandes her limitiert sein mussten. Viele Menschen würden einen solchen Schritt aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus nicht tun. Doch was war schon sicher? Einzig die Vergänglichkeit. Ich musste nur an die Nacht des Unfalls denken, um mir dies zu vergegenwärtigen. Warum also an etwas festhalten, das sich nicht festhalten ließ?

 Über den Autor  :

Hermann Ricker wanderte im Alter von 23 Jahren nach Asien aus. Dort gründete er 1978 seine erste eigene Firma und wurde ein erfolgreicher Manager. 1995 entschied er sich, als buddhistischer Mönch zu leben und überschrieb sein Unternehmen den engsten Mitarbeitern. Heute lebt er als Master Han Shan in Thailand und führt ein Retreat Center, in dem er Menschen die Lehre Buddhas näherbringt.

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